Historie

Aus der Geschichte der Alten Hölle

Am 10. November 2010 feierte das heutige Waldhotel „Alte Hölle“ bei Reetzerhütten Jubiläum – Grazyna Schmitz-Bienek ist seit 20 Jahren „Höllenfürstin“ im ehemaligen Forsthaus. Seine Geschichte fasst eine Chronik zusammen, die jetzt erschienen ist. Dazu wurden viele Zeitungsausschnitte gesammelt, Chroniken von Reetzerhütten und Reetz wurden ausgewertet, Erinnerungen von Nachfahren ehemaliger Förster und anderen Personen, wie zum Beispiel General Wenck, einbezogen. Die Familien stellten ihre Nachforschungen Grazyna Schmitz-Bienek zur Verfügung, die seit 20 Jahren das heutige Waldhotel leitet.

Das ursprüngliche Haus wurde 1756 erbaut und war lange Zeit als Oberförsterei in Betrieb. Die Chronik zeigt die Entwicklung des Platzes vom frühesten Mittelalter an. Der Name Alte Hölle ist wohl einem Schreibfehler zu verdanken. Aus dem Wort „Helle“, was soviel wie Lichtung bedeutet, wurde „Hölle“. Sehr alt ist die Bezeichnung nicht. In einer Aufzählung der zu Reetz gehörenden Ortschaften und Wirte aus dem Jahre 1716 taucht sie nicht auf. Es wurden aber einige Wirte als „in der Heide wohnend“ aufgeführt, womit Altehelle gemeint war.

Der zweite Weltkrieg ging nicht am Fläming vorüber. In der „Alten Hölle“ befand sich vom 22. bis 26.4.1945 der Gefechtsstand der deutschen 12. Armee unter ihrem Oberbefehlshaber General der Panzertruppe Walther Wenck.

Aus dem Forsthaus wurde in den 1970er-Jahren ein Ferienheim. Das war nicht von Dauer. In der Umgebung fehlte Wasser. Das gefiel den Kindern nicht.
Da übernahm ein gute betuchtes Ministerium (IWT Berlin) das Objekt. Nun wurde ein Bettenhaus errichtet, die Scheune wurde zu einem Saal ausgebaut und das Forsthaus für die Gastronomie hergerichtet. Zu DDR – Zeiten erholten sich hier in der schönen Natur Parteifunktionäre und Stasi-Aktivisten von ihrer Arbeit. Der Bevölkerung war der Zutritt verwehrt.

Seit November 1990 ist Grazyna Schmitz-Bienek Inhaberin des Waldhotels. Auf der Suche nach einer Hotelimmobilie gelangte die Gastronomin in den Fläming. In „Alte Hölle“ blieb Schmitz-Bienek zwei Tage. Dann stand fest: „Das nehme ich“. Mit dem Kreis wurde ein Pachtvertrag auf 99 Jahre geschlossen. Das Ehepaar Schmitz zog 1990 in den Fläming und begann, das Anwesen zu gestalten.
Da die Familie katholisch ist, wollte sie den Namen „Alte Hölle“ ändern. „Aber ein Name, der über 300 Jahre alt ist, sollte nicht geändert werden“, überlegte sie. Deshalb fügte Grazyna Schmitz- Bienek die Bezeichnung „Das Tor zum Paradies“ hinzu.

Sie möchten mehr erfahren? Die gedruckte Chronik, von Eva Loth aus Reetz zusammengestellt, kann für 15 Euro im Waldhotel „Alte Hölle“ erworben werden.